Vieles richtig gemacht: “Street Fighter – Assassin’s Fist” ist kein Haudrauf-Film

Vieles richtig gemacht: “Street Fighter – Assassin’s Fist” ist kein Haudrauf-Film

9. Februar 2015 0 Von chill-mit-film.de

[dropcap]N[/dropcap]ormalerweise gibt es hier stets Reviews zu den aktuellsten Filmen. Doch heute möchte ich euch “Street Fighter – Assassin’s Fist” vorstellen, der bereits am 29. August 2014 als Blu-ray und DVD im deutschen Handel erschien.

Der Film basiert auf die berüchtigte Beat-em-up-Videospielreihe von Capcom. Bislang gab es einige Realverfilmungen der Spielereihe. Leider konnte sich keines davon als eine wirklich gelungene Verfilmung zeigen, wohl ein ähnlicher Fall wie die “Dragonball“-Verfilmungen.

Doch letztes Jahr überzeugte Joey Ansah’s Realverfilmung “Street Fighter: Assassin’s Fist” die Fans der Videospielreihe. “Street Fighter: Assassins Fist” begann als Web-Serie bei YouTube. Mit 12 Folgen, je Folge 11-12 Minuten, wurde die erste Staffel abgeschlossen. Anschließend erschien die erste Staffel als Blu-ray und DVD im Handel, jedoch als kompletter Film mit insgesamt 146 Minuten (uncut).

Street Fighter - Assassin's Fist, © polyband Medien GmbH

Street Fighter – Assassin’s Fist, © polyband Medien GmbH

“Street Fighter: Assassin’s Fist” handelt von Ryu (Mike Moh) und Ken (Christian Howard), die beide in der abgelegenen Bergwildnis Japans von ihrem Meister Gōken (Akira Koieyama) ausgebildet werden. Doch dabei ahnen die Schüler noch nicht, dass sie die letzten Schüler eines längst vergessenen Kampfstils sind. Während des Trainings sind Ryu und Ken in der Lage, ihre Chi-Energie für Gerechtigkeit einzusetzen oder für das abgrundtiefe Böse. Bei der Ausübung der Attacken besteht ein schmaler Grad zwischen Gut und Böse. Nur Gōken kann seine Schüler auf den richtigen Pfad führen. Doch schon bald erfahren Ryu und Ken eine düstere Vergangenheit ihres Meisters. Nur wenn sie sich ihrem Schicksal und den Dämonen aus vergangenen Zeiten stellen, können sie Frieden finden und für Gerechtigkeit fighten…

Die “Street Fighter”-Videospielreihe habe ich mir eigentlich nie richtig ans Herz gelegt und kenne daher kaum den Inhalt der Spielereihe. Doch ich habe schon oft erlebt, wie sehr erfolgreiche Videospiele eine beschämende Realverfilmung erhielten. Und da dies in letzter Zeit immer häufiger vorkam, gab es natürlich auch eine gewisse Skepsis bei “Street Fighter: Assassin’s Fist”.

Doch “Street Fighter: Assassin’s Fist” ist womöglich die erste gelungene und zugleich detailgenaue Realverfilmung einer Videospielereihe. “Dragonball Evolution” machte es falsch, “Die Legende von Aang” machte es falsch – jedoch nicht “Street Fighter: Assassin’s Fist”!

Natürlich wirkt der Film nicht wie ein teures Big-Budget-Spektakel. Doch dafür funktioniert die Umsetzung sehr gut. “Street Fighter: Assassin’s Fist” spezialisiert sich nicht zwanghaft auf die Kämpfe, sondern stattdessen vielmehr auf die Story, die Stück für Stück spannend erzählt wird und die Kämpfe quasi die Bonbons des Films sind.

Street Fighter - Assassin's Fist, © polyband Medien GmbH

Street Fighter – Assassin’s Fist, © polyband Medien GmbH

Was ich sagen will ist, dass “Street Fighter: Assassin’s Fist” sich nicht als einen sinnlosen Haudrauf-Hollywoodfilm präsentiert. Der Film nimmt sich viel Zeit, um die einzelnen Figuren vorzustellen und um deren Geschichte zu erzählen, die Hintergründe und wie es zu all dem kam.

Zwar bin ich kein großer Kenner der “Street Fighter”-Videospiele. Doch bei “Street Fighter: Assassin’s Fist” kann man zweifelsohne sehen, dass die Macher detailgenau und nicht halbherzig mit solch einer sensiblen Realverfilmung vorangegangen sind.

Was so eine Verfilmung benötigte, war sicherlich keine Mainstream-Produktion. Stattdessen sehen wir Darsteller, die zwar keine Oscar-Nominierung erhalten werden, dafür aber keine Stuntmänner für die Kämpfe brauchen. Natürlich ist “Street Fighter: Assassin’s Fist” kein Meisterwerk, aber immerhin ein guter Anfang einer endlich gelungenen Videospiel-Verfilmung!

“Street Fighter: Assassin’s Fist” macht vieles richtig: Es hat Charme und Sympathie, und schafft es, trotz des niedrigen Budgets, nicht peinlich zu wirken, sondern stattdessen einen gewissen klassischen Kultfaktor zu erzeugen. Somit hoffe ich inständig auf die Fortsetzung “Street Fighter: World Warrior”, welches laut Ankündigungen Ende dieses Jahres erscheinen wird.

Chill-mit-Film’ Rating:

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7/10 “Stück für Stück erzählte Story mit tollen Kämpfen und spannender Umsetzung!” – chill-mit-film.de