Filmkritik zu “The Circle”: Emma Watson und Tom Hanks in einer Welt der Komplettüberwachung

Filmkritik zu “The Circle”: Emma Watson und Tom Hanks in einer Welt der Komplettüberwachung

26. Januar 2018 0 Von chill-mit-film.de
The Circle, © UNIVERSUM FILM GMBH

The Circle, © UNIVERSUM FILM GMBH

Wie könnte die nahe Zukunft aussehen? Dies möchte der neue Film “The Circle” (ab heute als Blu-ray und DVD im Handel) zeigen. Eine Zukunft ganz ohne Privatsphäre, in der einfach jeder alles von einer Person erfahren kann, spielend leicht. Man wird vollständig durchleuchtet und überwacht, angeführt von einem Übermacht-Konzern.

Zur Story des FIlms: Die 24-jährige Mae Holland (Emma Watson) ist überglücklich. Sie hat einen Job in der angesagtesten Firma der Welt ergattert: beim „Circle“, einem Internetkonzern, der alle Kunden mit einer einzigen Internetidentität ausstattet, über die alles abgewickelt werden kann. Mae stürzt sich voller Begeisterung in die schöne neue Welt mit ihren lichtdurchfluteten Büros und High-Class-Restaurants, Gratis-Konzerten und coolen Partys. Während sie innerhalb der Firma immer weiter aufsteigt, wird sie vom charismatischen Firmengründer Eamon Bailey (Tom Hanks) ermutigt, an einem für den „Circle“ bahnbrechenden Experiment teilzunehmen. Die Teilnahme an dem Experiment und ihre Entscheidungen zugunsten des „Circles“ beeinflussen zunehmend das Leben und die Zukunft ihrer Freunde und Familie. Und dann ist da auch noch ihr mysteriöser Kollege Kalden (John Boyega)…

Die Komplettüberwachung mittels neuester Technologie ist bei diesem Film das große Thema. Ist man ein besserer Mensch, wenn Millionen fremde Menschen dir zusehen können? Egal wann und wo? Verringert man durch diese stetige Überwachung die Verbrecherrate? Womöglich stimmt beides. Doch wie wichtig ist die Privatsphäre eines Menschen? Themen, die der Film aufgreifen will.

The Circle, © UNIVERSUM FILM GMBH

The Circle, © UNIVERSUM FILM GMBH

Auch wenn große Namen wie Tom Hanks und Emma Watson diesen Film beschmücken oder John Boyega aus “Star Wars: Das Erwachen der Macht”, so ist es umso enttäuschender festzustellen, dass die Charaktere unglaublich einseitig sind. Die Argumente und Begründungen für eine Komplettüberwachung, für Transparenz und somit frei von allen Geheimnissen eines jeden Menschen sind schwach und extremst oberflächlich.

Der Film funktioniert wie ein Uhrwerk, vorhersehbar. Von der sehr innovationslosen und unrunden Umsetzung des Themas bis hin zu den fast Roboter-artig wirkenden Charakteren, die in keinster Weise im Verlauf des Films interessant werden und obendrein alles großartig finden, was der Circle entscheidet und sagt, geschieht es recht schnell, bis die Langeweile zum Vorschein kommt – als würde man einen sehr langen Werbe-Spot sehen, währenddessen man zwanghaft darauf wartet, dass etwas “menschliches”, glaubwürdiges oder gar etwas durchdachtes in diesem Film passiert, dass irgendjemand im Circle Zweifel zeigt oder etwas hinterfragt. Und wenn das passiert, werden diese Zweifel mittels schwachen Gegenargumenten zum Schweigen gebracht. Vieles wirkt sehr unfertig und in einigen Dialogen bzw. Diskussionen und Argumenten sogar lächerlich.

Interessant wurde es, als John Boyega seinen Auftritt hatte und auf eine Wendung oder auf ein cleveres Einschreiten hoffen lies. Doch fragte man sich am Ende stattdessen, wo exakt der Sinn seiner Figur lag.

Chill-mit-Film.de Rating:

2/10 “”The Circle” ist gefüllt mit einseitigen wie naiven Charakteren, unsubtilen Entscheidungen und Argumenten und einer sehr oberflächlichen und undurchdachten sowie unreifen Umsetzung des eigentlich interessanten Themas über die nahe Zukunft um Überwachung und Privatsphäre.” – Chill-mit-Film.de