Filmkritik zu “Standoff”: Thriller und Kammerspiel zwischen Thomas Jane und Laurence Fishburne

Filmkritik zu “Standoff”: Thriller und Kammerspiel zwischen Thomas Jane und Laurence Fishburne

26. Februar 2016 0 Von chill-mit-film.de

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Regisseur und Drehbuchautor Adam Alleca, der bereits das Drehbuch zum Horror-Thriller “Last House on the Left” schrieb, präsentiert mit “Standoff – Die einzige Zeugin” (DVD/Blu-ray Verkaufsstart: 26. Februar 2016) seinen ersten Film. Hierbei handelt es sich um den Kriegsveteran Carter Greene (Thomas Jane), der zurückgezogen auf einer abgelegenen Farm lebt und um seinen toten Sohn trauert. Sein ruhiges Leben scheint sich jedoch bald zu ändern, als ein 12-jähriges Waisenmädchen auf sein Haus zu stürmt und Sicherheit sucht. Denn sie war Zeuge eines Mordes und hat zu viel gesehen, weshalb nun auch der Auftragsmörder (Laurence Fishburne) hinter ihr her ist. Carter beschützt sein Haus sowie das Mädchen mit allen Mitteln.

Der Film entpuppt sich schnell als ein Kammerspiel zwischen Thomas Jane und Laurence Fishburne. Und genau hier liegen zwei wichtige Faktoren, die der Film nicht meistern kann. In diesem Film geht es nicht um wilde Ballereien und satte Action. Es ist vielmehr ein Drama, ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen zwei Figuren.

Das folgende Problem ist nun, dass Jane sowie auch Fishburne nicht die ideale Besetzung für solch einen Film darstellen. Schauspielerisch waren beide sichtlich bemüht, jedoch in dramatischen beziehungsweise emotionalen Szenen hinkt die Leistung hinterher. Und so wirkt der Dialog zwischen den Figuren sehr nach Schema F. Fishburne ist immer nett zu sehen, als Cooler Typ in “Matrix” oder in Nebenrollen wie “Man of Steel”, auch Thomas Jane ist eine gute Ergänzung in einem Cast – wie in “Der Nebel”. Doch ein Film wie dieser, mit Schwerpunkt zum Dialog, Gespräche zwischen den Figuren, braucht zwei brillierende und duellierende Darsteller, bestenfalls Method Actor, um diesen Film mit einer immensen und nervenaufreibenden Spannung zu präsentieren.

Zudem stellt sich das Drehbuch als sehr plump und klischeehaft dar, was gerade bei einem dialogreichen Film wie hier absolut unerwünscht ist.

Und so scheitert der Film an zwei wichtige Elemente: Schauspieler und Drehbuch. Beides sind in “Standoff” die wichtigsten Punkte, die nicht ausreichen geboten werden, was letztendlich zu einem trägen, mit knapp 90 Minuten erstaunlich langatmigen Film führt. Dabei vergisst man recht schnell die zahlreichen Logiklöcher und die teils fragwürdigen Handlungsabläufe.

Für die entscheidende Dramaturgie sollte scheinbar das verängstige Mädchen sorgen, die man hier mit einem roten Kleid und großer Brille nicht noch kitschiger darstellen konnte.

Sehr schade. Eine Neuheit ist die Story nicht. Doch gäbe es durchaus großes Potential, wenn ein gelungenes Drehbuch sowie passendere Darsteller den Film abgerundet hätten. Ich mag Thomas Jane und Laurence Fishburne. Doch in diesem Film können sie nicht das abrufen, was der Film benötigt. Es müssen natürlich nicht unbedingt Method Actor sein müssen. Ein gutes Drehbuch wäre vorerst schon ein guter Baustein.

Chill-mit-Film.de Rating:

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3/10 “Ein dialogreiches Kammerspiel, das am schwachen Drehbuch sowie an der mageren Schauspielkunst wie ein zäher Kaugummi wirkt.” – chill-mit-film.de