Filmkritik zu “Point Break”: Extremsport trifft auf adrenalingeladene Action

Filmkritik zu “Point Break”: Extremsport trifft auf adrenalingeladene Action

28. Juli 2016 0 Von chill-mit-film.de

Im Jahr 1991 erschien Kathryn Bigelows Actionthriller “Gefährliche Brandung” mit Keanu Reeves und Patrick Swayze in den Hauptrollen. Der Film, der heute einen Kultstatus hat, bekommt seine erste Neuverfilmung.

In “Point Break” (DVD/Blu-ray Verkaufsstart: 28. Juli 2016) geht es um den jungen FBI-Agenten Johnny Utah. Dieser arbeitet Undercover, um ein Team von Extremsportlern hinter Gitter zu bringen. Denn die kleine Gruppe von Extremsportlern wird für beispiellose und sehr ausgeklügelte Angriffe auf einige Unternehmen verdächtigt. Johnny, der selbst einmal ein Extremsportler war, muss sich nun beweisen, um in das Team aufgenommen zu werden, das von dem charismatischen Bodhi angeführt wird, der mit seinem Team nach der Ozaki 8 jagt – acht extrem lebensgefährliche Stunts wie das Base Jumping vom Mount Everest oder das Surfen auf einer 20-30 Meter hohen Welle. Während dieser Undercover-Mission muss Johnny einige schwere Entscheidungen treffen…

Regie dieses Remakes führte Ericson Core, der bereits das Sportdrama “Unbesiegbar – Der Traum seines Lebens” inszenierte. Die Hauptrollen des Films besetzen Luke Bracey (“The November Man”, “The Best of Me – Mein Weg zu dir”) und Edgar Ramírez (“Carlos – Der Schakal”, “Zorn der Titanen”). Komplettiert wird der Cast mit Teresa Palmer (“Lights Out“, “Warm Bodies”), Max Thieriot (“Bates Motel”, “House at the End of the Street”), Ray Winstone (“King Arthur”, “Die Legende von Beowulf”), Matias Varela (“Easy Money – Spür die Angst“) sowie Tobias Santelmann (“Kon-Tiki”, “Marcella”) und Clemens Schick (“Das finstere Tal“).

Zu Beginn möchte ich hervorheben, dass ich das Original nicht kenne. Und bevor ich mir die Neuverfilmung angeschaut habe, wollte ich auch gar nicht das Original sehen. Denn ich wollte nicht, dass ich zwanghaft während des Films irgendwelche Vergleiche ziehe.

Mir fiel auf, dass diese Neuverfilmung nicht ganz so gut bei den Fans des Originals angekommen ist. Und so waren meine Erwartungen nicht ganz so groß. Natürlich sollte man sich nicht von anderen Kritiken und Meinungen beeinflussen lassen. Doch ich als Blogger über Filme bekomme all dies schon fast automatisch mit.

Doch all die negativen Punkte habe ich letztendlich im Film nicht gefunden, ganz im Gegenteil. Ich bin wahrlich überrascht von der Originalität des Films. Vielleicht auch nur, weil ich das Original nicht kenne, und mir daher das Remake sehr innovativ und neu erscheint.

Außerdem, und dies fiel mir schon sehr zu Anfang des Films auf, ist die Bildqualität atemberaubend. Selten habe ich solch eine Schärfe in einem Film gesehen, natürlich ist die Blu-ray gemeint.

Und dies sorgt bei solch einem Film mit all den Stunts und Aufnahmen teilweise für ein Wow-Effekt. Doch ist die Schärfe des Bildes und tolle Aufnahmen natürlich nicht ausschlaggebend für einen guten Film. Weit mehr als positiv überrascht war ich auch vom Cast. Luke Bracey als Utah sorgt für frischen Wind, während Edgar Ramirez von Film zu Film immer mehr zum großen Star wird. Während all den Extremstunts und all der Action stach auch der pulsierende Soundtrack hervor, den ich in diesem Film als sehr gelungen betrachte. Dafür verantwortlich ist Junkie XL, der schon für die Musik in “Mad Max: Fury Road” verantwortlich war.

Und wer den Wingsuit-Flug in “Point Break” als unecht und zu übertrieben dargestellt vermutet, sollte sich den Weltklasse Wingsuiter Graham Dickinson anschauen, der einen wahnsinnig gefährlichen Flug absolviert:

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Video-Link: https://youtu.be/WVuI_S-CmaI

Ebenfalls von großer Wichtigkeit sind auch die Original-Schauplätze in “Point Break”: Angel Falls, der höchste freifallende Wasserfall der Erde in Venezuela; Die Jungfrau, ein Berg in der Schweiz und mit 4158 Metern der dritthöchste Berg der Berner Alpen; Jaws, ein Ort in der Nähe der Insel Maui, wo Wellen von über 20 Metern und bis zu 48 km/h erreichen können.

Mit Green Screen /CGI wurde hier wenig gearbeitet, wenn auch nicht ganz darauf verzichtet, wie eine Stunt-Szene zum Anfang und Ende des Films sowie eine andere Szene, auf die ich aber aus Spoiler-Gründen nicht weiter eingehen will. Trotz dem hatten jene Szenen allesamt einen sehr hochwertigen Eindruck gemacht.

Doch kann man deshalb diesen Film nicht als unlogisch betrachten. Hier und dort werden Szenen etwas übertrieben dargestellt, was nicht weiter an der Spannung und an der Originalität des Films schadet. Ganz im Gegenteil: Mit “Point Break” habe ich einen Film gesehen, der auf die Optik einen großen Wert legt, gute Nachwuchsdarsteller bereithält, authentische und echte Stunts aufweist, von einem gut arbeitenden Soundtrack untermalt wird und eine Story mit guter Grundidee, doch stellenweise verbesserungswürdig ist. Außerdem ist die Kamera-Arbeit auf einem exzellenten Niveau. Bilder werden aus den erstaunlichsten Blickwinkeln gefangen.

“Point Break” ist zwar kein Meisterwerk und hat paar kleine Mängel, wie die nicht ganz ausgereifte Handlung sowie die knappe Charakterzeichung, die nicht die nötige Tiefe und Tragik hervorbringen kann, wenn es Situationen verlangen, was jedoch keinesfalls vernichtende Aspekte für den Film sind.

Chill-mit-Film.de Rating:

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8/10 “Ein origineller Film mit etwas kleinen Handlungsschwächen und eine nicht ganz ausgereifte Charakterzeichnung. Jedoch atemberaubende Aufnahmen dank exzellenter Kameraführung, miteinander funktionierende Schauspieler und extreme Stunts wie adrenalingeladene Action, die teils ganz ohne CGI oder sonstige Effekte auskommen.” – chill-mit-film.de

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Point Break, © 2016 Concorde Filmverleih GmbH / Reiner Bajo

Point Break, © 2016 Concorde Filmverleih GmbH / Reiner Bajo