Filmkritik zu “Kill Your Friends”: Die verdorbene Musikindustrie der 90er

Filmkritik zu “Kill Your Friends”: Die verdorbene Musikindustrie der 90er

18. März 2016 0 Von chill-mit-film.de

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Der neue Comedy-Thriller “Kill Your Friends” (DVD/Blu-ray Verkaufsstart: 18. März 2016) handelt vom A&R-Manager Steven Stelfox. Er macht aus Musikern Bands mit Plattenvertrag. Doch das Problem ist, er hat keine Ahnung von Musik und interessiert sich auch nicht dafür. Er ist nur auf das große Geld aus und gibt es genau so schnell aus wie er es verdient. Mit Drogen, Sex, Ehrgeiz und Skru­pel­lo­sig­keit verbringt er die Tage. Um erfolgreich zu sein, würde Steven auch Kollegen aus dem weg räumen…

In der Hauptrolle agiert Nicholas Hoult (“About a Boy”, “Mad Max: Fury Road“). Der Film soll die Verkommenheit der Musikindustrie darstellen und macht dies auch recht solide. Neben Hoult gibt es noch interessante Darsteller wie James Corden, Ed Skrein, Joseph Mawle, Craig Roberts und Georgia King. Allesamt bringen eine überzeugende Darbietung.

Trotz einer FSK ab 16 empfinde ich diesen Film als zu schüchtern. Hier will man die blutige und korrupte Musikindustrie der 90er Jahre darstellen. Zudem hat man einen sexistischen, rassistischen, menschenverachtenden und zynischen Irren als Protagonist. Und trotz all dem rutscht der Film nie in die Extreme ab. Exzessive sowie blutige und abscheuliche Szenen sind hier eher Mangelware. Ich hatte so das Gefühl, als ob ein schüchterner Film sich als Bad-Boy versucht. Natürlich gibt es hier und dort blutige Szenen, doch eben etwas dezent. Auch der enthaltene schwarze Humor zündet wenig.

Ist die Figur Steven Stelfox eine abscheuliche Figur? Definitiv! Doch kommt mir alles sehr zensiert vor. Man könnte diesen Film als die schüchterne Version von “Drecksau” und “American Psycho” sehen. Nicholas Hoult spielt den kranken Steven Stelfox überzeugend, aber nicht überragend. Als ‘fantastische’ oder ‘exzellente’ Darbietung, wie einige berichten, stimme ich nicht überein.

Ein weiteres Problem ist das Sprechen in die Kamera – wenn die Figur direkt zur Kamera schaut und mit dem Zuschauer redet. Ich scheine da sehr allergisch darauf zu wirken, das gleiche Problem war auch schon in Clint Eastwoods “Jersey Boys”. Es macht immer den Eindruck eines schlechten Werbespots.

Chill-mit-Film.de Rating:

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5/10 “Solide Darsteller wie auch eine gute Aufmachung. Doch letztendlich eher schüchtern als extrem und exzessiv.” chill-mit-film.de