Filmkritik zu “Gottes General”: Die Schlacht um die Freiheit in Mexiko 1926

Filmkritik zu “Gottes General”: Die Schlacht um die Freiheit in Mexiko 1926

12. Februar 2016 0 Von chill-mit-film.de

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Im Jahr 1926 bricht in Mexiko nach nur wenigen Jahren nach der Revolution ein blutiger Bürgerkrieg aus. Als der Präsident Calles sämtliche Kirchen angreift und die Priester ermorden lässt, kommt es zu einem Volksaufstand. Es bildet sich eine Widerstandsbewegung, die sich ‚die Christeros‘ nennt. Diese rekrutieren General Gorostietas, der aus einfachen Bauern und bewaffneten Priestern eine Armee formen soll. Mittels einer Guerilla-Taktik gelingt es dem General den Regierungstruppen schwere Verluste zuzufügen. Doch als Präsident Calles mit den USA eine große Waffenlieferung vereinbart, droht sich das Blatt zu wenden. Die Christeros stehen nun vor einer entscheidenden Schlacht, die den sieg oder den Tod bedeutet.

Kriegsfilme haben aus meiner Sicht in letzter Zeit recht schwer zu überzeugen. Oft wird die Grausamkeit solcher Kriegsfilme heutzutage verharmlost, oder die ‘wahren Geschichten’ werden zu sehr ausgenutzt und zusätzliche Erfindungen werden den Filmemachern überlassen.

Mit “Gottes General – Schlacht um die Freiheit” (DVD/Blu-ray Verkaufsstart: 11. Februar 2016) haben wir einen ähnlichen Fall. Trotz namhaften Darstellern wie Oscar Isaac, Rubén Blades, Peter O’Toole, Nestor Carbonell sowie Andy Garcia, Bruce Greenwood und Eva Longoria, kämpft der Film doch tatsächlich mit der Überzeugung der Figuren. Denn der Film, der sich mit einer stolzen Laufzeit von 145 Minuten präsentiert, kann absolut keine halbwegs überzeugende schauspielerische Leistung bieten, was letztendlich an die Eintönigkeit der Figuren lag.

Zudem prangt der Film zu sehr mit den ‘wahren Begebenheiten’, was letztendlich schon zur Unglaubwürdigkeit führt. Ich selbst bin Atheist, aber respektiere Religionen, so lange diese nicht zum Fanatismus auswandern. So ähnlich erging es dem Film “Gottes General”. Wenn man der Meinung ist, für Gott oder für Jesus sterben zu wollen und auch der Ansicht ist, dass es “nichts wundervolleres gibt, als sein Leben für Jesus Christus zu opfern” (Filmzitat), dies jedoch einem kleinen Kind während des Krieges einredet, dann heißt das nichts anderes als geh-in-den-Krieg-und-sterbe-für-die-Religion. Natürlich war der Glauben zu früherer Zeit ein intensiver Faktor. Doch mir kam das Gefühl hoch, als hätten die Filmemacher am liebsten das erwähnte Zitat als Filmtitel übernommen, um damit noch mit gutem Beispiel voran zu gehen. Natürlich ging es hierbei viel mehr um die Grundrechte und um Menschlichkeit. Doch zeigte sich dieser Film eher mit einem Glaubenskrieg, als mit anderen Motiven. Und so vergisst man schnell, dass einer der Hauptfiguren, General Enrique Gorostieta, ein Atheist ist und nicht für religiöse Gründe in den Krieg zog.

Da ich jedoch nicht die Religion in diesem Film kritisieren möchte, lasse ich dies auch aus der Kritik und befasse mich mit der filmischen Kunst. Doch auch hier zeigt der Film keine Stärken.

Mit einer Laufzeit von 145 Minuten wollte man womöglich zwanghaft darauf hinaus, dass der Film die ganz großen Awards erhält. Doch stattdessen wirkt Film sehr träge und stark in die Länge gezogen mit ständigen Wiederholungen des Plots sowie mit einförmigen und ermüdenden Figuren.

Egal, ob man hier einen Leonardo DiCaprio oder andere Schauspieler-Größen besetzt hätte – aufgrund der Monotonie der Figuren hätte mit großer Wahrscheinlichkeit kein Schauspieler eine überragende Leistung hervorbringen können.

Regie führte Dean Wright, der für die visuellen Effekte vieler Filme zuständig ist und sogar mit dem Oscar nominiert wurde. Mit “Gottes General – Schlacht um die Freiheit” zeigt er sein Regiedebüt und bietet eine gelungene Kulisse, jedoch war es das auch schon.

Chill-mit-Film.de Rating:

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3/10 “ein in die Länge gezogener Film mit wiederholenden Handlungselementen und eintönigen Figuren.” – chill-mit-film.de