Filmkritik zu „Moonlight“: Oscar-prämiertes Drama über Selbstfindung und Selbstakzeptanz

Moonlight, © UNIVERSUM FILM GMBH

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Der von der Kritik himmelhoch gefeierte Film „Moonlight“, welcher auch mit drei Oscars gekrönt wurde, erscheint ab heute als Blu-ray und DVD im Handel. Das Drama erzählt von einem Jungen namens Chiron, der in einem Problemviertel am Stadtrand in Miami aufwächst. Der Film begleitet Chirons Leben von seiner Kindheit bis ins Erwachsenenalter, der stets bei den anderen aufgrund seiner Andersartigkeit zum Außenseiter wurde. Seine Erlebnisse sind geprägt von Höhen und Tiefen, von der Suche einen Platz in der Welt zu finden. Regie führte Barry Jenkins, der auch das Drehbuch schrieb.

Bevor man sich „Moonlight“ anschaut, sollte man wissen, dass dieser Film so Andersartig ist, wie Chiron selbst. Es ist kein Film mit einem hohen Spannungsbogen. Es ist kein Film mit einer Wendung oder einer großen Auflösung zum Schluss. Es ist ein sehr ruhiger Film über Selbstfindung und Selbstakzeptanz. Es gibt viele ungeklärte Geschichten, die nie aufgeklärt werden. Stattdessen muss der Zuschauer selbst es so akzepieren wie es gerade steht.

Moonlight, © A24 / DCM

Moonlight, © A24 / DCM

Dass es hierbei um einen afroamerikanischen Homosexuellen geht, ist zwar irgendwo im Zentrum des Films, aber nie wirklich die Hauptgeschichte, vielmehr ist es Chirons Selbstfindung und wie man mit dem was man ist umgeht. Dies wird in drei Kapiteln erzählt, mit einem anderen Schauspieler für jeden neuen Lebensabschnitt. Auch hier spielt es keine große Rolle, dass die Schauspieler sich wenig ähnlich aussehen. Stattdessen präsentiert jeder der drei Darsteller eine sehr gute Darbietung. Und hier wären wir beim nächsten Punkt, was diesen Film ausmacht – nämlich die Schauspieler. Denn die schauspielerische Leistung ist hier ein wichtiger Punkt. Alle zeigen eine fantastische Leistung. Neben den Darstellern, die Chiron spielten, überzeugte auch jeder im restlichen Cast, wie etwa Chirons Mutter Naomie Harris oder Mahershala Ali, der zwar gefühlt nur 15 Minuten Screentime hat, aber einen bleibenden Eindruck hinterließ und dafür mit dem Oscar belohnt wurde.

Zudem verzichtet man hier auf übertriebene Emotionen. So wirkt letztendlich alles sehr authentisch und nicht künstlich nachgeholfen. Auch wenn Chiron zu Beginn an nie viel redet, schafft seine Schweigsamkeit einen Einblick in seine Gefühlswelt, und das ohne viel Worte zu verlieren – und ebendies vielleicht die größte Kunst des Films ist.

Dennoch ist es durchaus nachvollziehbar, dass ein so spezieller Film wie dieser nicht bei jedem ankommt. Es ist ein ruhiger FIlm mit einem ruhigen Protagonisten, weswegen es zu ein paar Stellen zu langatmig werden kann. Zwar passiert einiges, aber dennoch ist „Moonlight“ insgesamt ein ruhiges Drama. Ebenfalls sollte man wissen, dass Selbstfindung und Selbstakzeptanz die Kerngeschichten des FIlms sind. Daher denke ich, muss man sich Zeit für diesen Film nehmen, um auch wirklich Anklang zu finden.

Chill-mit-Film.de Rating:

8/10 „Ein Außenseiter in der Hollywood-Welt. „Moonlight“ ist ein schwerer Film, was nicht negativ gemeint ist. Er zeigt, dass Konflikte und Probleme nicht einfach durch Liebe oder einem Wunder gelöst werden können, oder dass ein Lovesong den Film automatisch zu einem Happy End schweben lässt. Hier fühlt sich so einiges echt an, ob nun das schicksalhafte Leben von Chiron, die aufrichtigen Gefühle oder der extrem glaubhaft gespielte Cast.“ – chill-mit-film.de

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