Filmkritik zu Mel Gibsons „Hacksaw Ridge“: Andrew Garfield zieht ohne Waffe in den Zweiten Weltkrieg

Hacksaw Ridge - Die Entscheidung, © UNIVERSUM FILM GMBH

Hacksaw Ridge – Die Entscheidung, © UNIVERSUM FILM GMBH

Er schuf wahrlich besondere Filme. Mel Gibson ist nicht gerade bekannt dafür, Komödien oder 08/15-Actionfilme als Regisseur zu inszenieren. Mit „Braveheart“ präsentierte er sich erstmals als Regisseur eines großen Films. Der Film gewann fünf Oscars, darunter in der Kategorie „Bester Regisseur“. Neun Jahre später folgte sein Film „Die Passion Christi“, der neben drei Oscar-Nominierungen thematisch für reichlich Diskussionen sorgte. Zwei Jahre später kehrte Gibson mit seinem gnadenlosen Abenteuer „Apocalypto“ zurück. Auch dieser erhielt drei Oscar-Nominierungen. Und auch dieser Film bekam neben all dem Lob auch negative Stimmen, die besagten, dass der Film zu gewaltverherrlichend sei. ‚Normale‘ Filme wird Mel Gibson sicher keine drehen, und das ist auch gut so, neben all dem Mainstream-Hollywood.

10 Jahre nach „Apokalypto“ kehrt er erneut als Regisseur zurück und erzählt mit „Hacksaw Ridge – Die Entscheidung“ (DVD/Blu-ray Verkaufsstart: 9. Juni 2017) die wahre Geschichte des Sanitäters Desmond Doss, der im Jahr 1945 im Zweiten Weltkrieg diente, jedoch ohne eine Waffe auf das Schlachtfeld ging. Mit Misstrauen und Verachtung wurde er konfrontiert, als Feigling von seinen Kameraden genannt. Doch bewies Desmond, dass er alles andere als ein Feigling inmitten des erbarmungslosen Krieges war.

Mel Gibson setzt auch in „Hacksaw Ridge – Die Entscheidung“ auf athentische und blutrünstige Bilder, um den grausamen Krieg wiederzugeben. So funktioniert der Kontrast von einem etwas kitschigen Beginn einer Romance zu einem blutrünstigen Krieg sehr gut.

Hacksaw Ridge - Die Entscheidung, © UNIVERSUM FILM GMBH

Hacksaw Ridge – Die Entscheidung, © UNIVERSUM FILM GMBH

Andrew Garfield brilliert in seiner Rolle als Desmond Doss. Auch der restliche Cast überzeugt auf ganzer Linie. Neben Garfield zeigen sich auch Hugo Weaving („Der Herr der Ringe“, „Matrix“), Rachel Griffiths („Blow“), Teresa Palmer („Lights Out„), Luke Bracey („Point Break„) sowie Vince Vaughn („True Detective“, „Prakti.com“) und Sam Worthington („Avatar – Aufbruch nach Pandora“). Auch die Kinderdarsteller Roman Guerriero und Darcy Bryce zeigen sich talentiert.

Während Steven Spielbergs „Gefährten“ aus meiner Sicht mit weichen und harmlosen Bildern enttäuschte, und demzufolge unnatürlich und zensiert wirkte, macht „Hacksaw Ridge – Die Entscheidung“ dagegen vieles richtig, und zwar die glaubwürdige Darstellung eines grausamen Krieges, mit Bildern, die noch länger im Gedächtnis bleiben werden.

„Hacksaw Ridge – Die Entscheidung“ ist nicht nur ein Kriegsfilm, sondern auch ein Glaubensfilm. Als Atheist kann man gut über die religiösen Absichten hinwegsehen. Letztendlich geht es darum, dass ein Unbewaffneter in den Krieg zieht und dabei dutzende Menschen das Leben rettet. Und dies in einer spannenden und handwerklich realistischen Darstellung. Dennoch gibt es hier und dort etwas kitschige Szenen und zum Teil auch eine zu intensive Würze an Pathos.

Wer mit diesen Stolpersteinen leben kann, wird mit einem visuell beeindruckenden und bildgewaltigen Kriegsdrama belohnt, der mit einem sehr gut spielenden Cast beschmückt wird.

Chill-mit-Film.de Rating:

8/10 „Ein ausgezeichneter Andrew Garfield brillierend in einer beginnenden süßen Romance bis hin zu einem rauen wie bildgewaltigen Kriegsdrama. Mel Gibson überzeugt mit der schlimmen Realität des Krieges und verhüllt die harten Szenen in keinster Weise. Trotz all dem ist ein Hauch von Kitsch und Pathos unübersehbar.“ – Chill-mit-Film.de

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